Diagnostik

Die logopädische Diagnostik beinhaltet drei große Themenschwerpunkte

  • Diagnostik von Kindern
  • Stimmdiagnostik
  • Diagnostik von neurologischen Patienten

 

Die angewendeten Diagnostiken sollen möglichst immer evidenzbasiert sein. Sie sollten standardisiert und normiert sein, sodass ein Störungsschwerpunkt besser festgelegt werden kann. 

Die Diagnostik soll dabei allerdings nicht den Patienten und sein individuelles Störungsbild vernachlässigen. Trotz einer gut durchgeführten Diagnostik kann es sein, dass nicht alle Symptome aufgedeckt werden. Daher sollten verschiedene Diagnostiken in Betracht gezogen werden.

Eine ausführliche Anamnese zählt ebenfalls zu einer guten Diagnostik. Es sollen dabei Informationen über die Patienten und das Umfeld gesammelt werden, die für die Therapieplanung berücksichtigt werden müssten. Aktivitäten des Patienten und die Teilhabe am Leben im Sinne der ICF werden ebenso erfragt. 

Sprachdiagnostik bei Kindern

Für die Diagnostik bei Kindern stehen verschiedene Diagnostikinstrumente zur Verfügung. Diese sind zum Teil evidenzbasiert und standardisiert. Die folgende Tabelle stellt einen Auszug an Diagnostikinstrumenten dar, die von mir angewendet werden.

Diagnostikinstrument Bereich Standardisierung?

Patholinguistische Diagnostik

bei Sprachentwicklungsstörungen

Sprachentwicklung ja

ELFRA

Sprachentwicklung ja

WWT 6-10

Wortfindung ja
PLAKKS Aussprache ja
Ravensburger Lautsprachbogen Aussprache nein
Diagnostik MFS nach Kittel myofunktionelle Ströungen nein
weitere Diagnostikbögen zur MFS myofunktionelle Störungen nein

Stimmdiagnostik

Die Diagnostik der Stimme ist eine subjektive Beurteilung der Stimmfunktionen. Eine Standardisierung gibt es nicht. Die Beurteilung erfolgt auf auditiver Basis und wird durch Erfahrung gelenkt.

Erfahrungen in der Diagnostik von Stimmstörungen konnten bereits in geringem Maße gesammelt werden. Dies soll in Zukunft ausgebaut werden.

Logopädische Diagnostik bei neurologischen Erkrankungen

Die Diagnostik von neurologischen Patienten in der Logopädie umfasst die Störungsbilder

  • Aphasie
  • Dysarthrie
  • Sprechapraxie
  • Dysphagie

Der Bereich der Aphasie und Dysarthrie besitzt standardisierte Tests. Die Dysphagie beruht auf subjektiven Entscheidungen und ist nicht standardisiert. Für die Sprechapraxie gibt es bisher nur Screening-Verfahren. Im Folgenden werden die Diagnostikinstrumente aufgeführt, die ich in der Diagnostik verwende.

Diagnostikinstrument Bereich Standardisierung?
AAT Aphasie ja
ACL Aphasie ja
BOSU Aphasie nein
LeMo Aphasie nein
Klinische Eingangsuntersuchung zur Erfassung von Schluckstörungen Dysphagie nein
Kö.Be.S. Dysphagie nein
Frenchay Dysarthrie Untersuchung Dysarthrie ja
UNS Dysarthrie nein
Hierarchische Wortlisten Sprechapraxie nein

Zur Unterstürzung der logopädischen Diagnostik können instrumentelle Diagnostik von Seiten des Arztes hilfreich zur Therapieplanung sein. Als Beispiel sei die instrumentelle Diagnostik bei Dysphagie genannt. Diese ermöglicht einen Einblick in die inneren Strukturen, die am Schlucken beteiligt sind.